Düsseldorf

Und zum allerletzten Schluß eine Ode auf meine Geburtsstadt. Ob es auch meine Heimatstadt ist, weiß ich nicht; es fällt schwer, zu ihr in keinem ambivalenten Verhältnis zu stehen. Lobend zu erwähnen ist die Architektur, die selbst, was die Moderne betrifft, hier nicht wie die Axt im Walde gewütet hat und bisweilen sogar das Prädikat Ästhetik verdient. Gelungene Beispiele sind die Brücken und der Funkturm, der sich elegant nach oben verjüngt, um sich dann zur Kapsel übergangslos zu verbreitern. Demgegenüber hängt die Kapsel des Kölner Turms an ihm, als sei sie dort deplaciert.
Jedoch ist die ewige Heiterkeit, die sich in jeder Sekunde protzend dem Leben aufdrängt, unerträglich, getreues Abbild der Spaßgesellschaft, so abgedroschen dieser Ausdruck auch ist, er paßt auf die Hauptstadt Nordrhein-Westfalens. Wenn Nietzsche der Jugend zugerufen hat, es sei zu wenig Schicksal in ihren Augen, gilt das hier besonders. Aber womöglich trübt die Nähe die Wahrnehmung: wahrscheinlich steht Klein-Paris auch diesbezüglich pars pro toto für den westlichen Liberalismus!

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