Die lange Nacht

Wird die lange Nacht einst schwinden?

Wird uns leuchten noch ein Morgenstern?

Werden wir des Tunnels Ende finden?

Unsre Rettung scheint so fern!

 

Hat das Glück sich abgewendet?

Angewidert von dem Hochverrat?

Stehn wir vor dem Tor da alles endet?

An dem Ziel der Meineidstat?

 

Ragt der Stamm nicht abgestorben

Kalt und klagend schwarz gen Himmel auf? 

Wo bereits die Wurzel ist verdorben

Fehlt der Sinn im Lebenslauf!

 

Hoffnung ist drum kaum zu sehen!

Hohes Recht liegt in der tiefen Schlucht!

Selbstverleugnung immer muss vergehen!

Bringet niemals gute Frucht!

 

Doch vielleicht geheimer Weise

Zaghaft unter dem verfaulten Tross

Wachen unerkannte Kräfte leise

Kämpft ein kleiner Blütenspross!

 

Fallen werden die es wollen!

Stumm zu tragen rührt das Schicksal nicht!

Feige Herzen ziert ein falsches Sollen!

Heilig straft sie das Gericht!

 

Doch bis dieser Tag gekommen!

Ist der letzte Atem noch nicht tot!

Bis der letzte Hauch verglommen! 

Hoffen wir aufs Morgenrot!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.