Ich hasse alles, was Euch heilig ist
Ich verachte alles, was Ihr liebt
Ihr habt kein Vaterland, noch habt Ihr Religion
Ich verabscheue Eure Heuchelei
Ich verachte Eure Menschenrechte
Ihr habt kein Volk noch habt Ihr Stolz
Ich bin das Gegenteil all dessen
was Ihr an Werten zu loben wagt
Mit Eurem Lob beleidigt Ihr seine Träger
Nur durch Eure Feindschaft Vermögt Ihr
Auszeichnung zu stiften
Die Ehre vergeht bei Eurem Anblick
Ihr seid den Staub nicht wert, in den
Ihr alles tretet, das Erhabenheit besitzt
Eure bloße Existenz ist ein Verbrechen
Ihr seid fleischgewordene Verneinung
Die Asche Eurer Leernis muss der Dünger sein
Einer von Ferne leuchtenden Zukunft
Zu Erde sollt Ihr nicht mehr werden
Sondern auf Ewigkeit von Ihr verbannt
Der Orkus lauert Eures morschigen Unreichs!
Dein Mal von jenen zerschlagen





Neben mir und Gustav Gründgens der bedeutendste Düsseldorfer. Wenn alle, die seinen Namen mißbrauchen, um einmal mehr ein „Event“
Wenn im Fernsehprogramm ein Liebesfilm angekündigt wird, erwartet der Zuschauer alles Mögliche, aber mit Sicherheit keine Geschichte über das Augusterlebnis von 1914. Überhaupt scheint der Begriff „Vaterlandsliebe“ eine Liebe im übertragenen Sinn zu bedeuten, wohingegen die „eigentliche“ Liebe die innige Verbindung zweier Menschen darstellen soll, die an Intensität über jede Freundschaft hinausgeht und zu wesentlichen Teilen vom erotischen Faktor geprägt wird. Den Kritikern galt die Vaterlandsliebe deshalb seit jeher als falsches Pathos, welches im besten Fall eine lächerliche Verklärung, im schlimmeren und deutschen Fall aber die Vorbereitung eines Angriffskrieges oder gar die Herbeiführung von Auschwitz bedeute. Dem früheren Bundespräsidenten Gustav Heinemann schreibt man zu, die angebliche Begriffsklitterung mit dem Bonmot entlarvt zu haben, „ich liebe keine Staaten, ich liebe meine Frau.“ [1]